Elektrosmog gefährdet Zugvögel

Dienstag, 08. August 2017

Elektrosmog gefährdet Zugvögel

Die negative Wirkung von Elektrosmog auf den Menschen ist nach wie vor ein großes Diskussionsthema. Es gibt inzwischen bereits zahlreiche Studien, die sich mit dem Thema Elektrosmog und dessen Wirkung auf den menschlichen Organismus beschäftigen. Die Ergebnisse dieser Studien sind nicht eindeutig aber man kann auf jeden Fall Wagen zu sagen: Elektrosmog schadet sicher eher, als dass er nicht schadet.

Durchgeführte Experimente an der Universität Oldenburg haben diese Aussage auf jeden Fall untermauert. Forscher haben in einer Reihe von Experimenten bewiesen, dass auch bereits schwache elektromagnetische Strahlungen den Magnetsinn von Zugvögel lahmlegen können. Die getesteten schwachen Frequenzen entsprechen jenen, die von Haushaltsgeräten abgegeben werden.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert weiß man durch Experimente des Frankfurter Ornithologen-Paars Wolfgang und Roswitha Wiltschko über die Existenz dieses Magnetsinns bei Zugvögel. Rotkehlchen oder Tauben nutzen ihn auf ihren langen Wanderungen neben den genetisch angelegten Navigationssystemen für die Orientierung an Sternen und der Sonne. Vor allem in wolkenverhangenen Nächten ist dieser Magnetsinn von großer Bedeutung. Obwohl sich Wissenschaftler bereits über Jahrzehnte mit diesem „Sinnesorgan“ der Zugvögel beschäftigen dieser nach wie vor nicht komplett erforscht.

Wie äußert sich nun die Störung durch elektromagnetische Strahlung im Verhalten von Zugvögel? Man hat hierfür im Speziellen das Verhalten von Rotkehlchen beobachtet. Das Ergebnis zeigte verwirrte Vögel, die einfach nicht mehr wussten, wo sie hinfliegen sollten. Der innere Kompass der Vögel hatte also versagt. Dass dieses Versagen auf elektromagnetische Strahlungen zurückzuführen war erkannten die Forscher aber erst durch einen Zufall. Grundsätzlich erforscht werden, wie der Magnetsinn der Rotkehlchen funktioniert. Auf dem Campus der Universität Oldenburg verhielten sich die Vögel aber auffällig und zeigten sich verwirrt und man konnte sich nicht erklären was die Ursache für dieses Verhalten war. Schließlich schlug ein Elektrophysiologe vor die Vogelhütten, in denen sich die verwirrten nachtaktiven Tiere befanden, mit Aluminiumplatten abzuschirmen. Mit dem Ergebnis, dass die Vögel ihre Orientierung wiederfanden.

Erstaunlich an dieser Entdeckung ist, dass die Rotkehlchen allein auf elektromagnetische Felder im Frequenzbereich zwischen zwei Kilohertz bis fünf Megahertz reagierten. Das bedeutet, dass der Orientierungssinn der Vögel keineswegs erst von Mobilfunkfrequenzen oder Stromleitungen gestört wird.

Auch wenn die gesundheitlichen Auswirkungen von elektromagnetischen Felden auf die Gesundheit des Menschen nach wie vor zum Teil noch immer umstritten sind so gibt es für diese den eindeutigen Beweis bei Rotkehlchen. Sieben Jahre lang wurde für dieses eindeutige Ergebnis auf höchstem wissenschaftlichen Niveau gearbeitet. Unterschiedliche Jahrgänge von Doktoranden protokollierten das Verhalten der Vögel, ohne zunächst zu wissen, ob die Käfige währenddessen gegen elektromagnetisches Rauschen geschützt waren oder nicht. Doppelt verblindete Versuche, die jegliche Beeinflussung vermeiden sollten. Erst später wurden die Ergebnisse zusammengeführt. Weitere Tests mit absichtlich produziertem schwachen Elektrosmog bestätigten, dass der Magnetkompass der Tiere davon gestört wird. Auch in ländlichem Raum, mit einer geringeren elektromagnetischen Belastung wurde das Experiment durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass der Magnetsinn der Rotkehlchen bestens funktioniert hat.  

  • Videobericht über die Wirkung von Elektromagnetismus auf den Orientierungssinn von Zugvögeln: